Projekt
Lebenswert Lichtenberg – Suchthilfe und-prävention weiterdenken
Die Bezirksverordnetenversammlung Lichtenberg reagierte auf die zunehmenden Problemlagen im öffentlichen Raum mit dem Beschluss zur Erweiterung der bezirklichen Suchthilfe- und Präventionsarbeit. Vor diesem Hintergrund entstand im September 2024 das Projekt Lebenswert Lichtenberg – Suchthilfe und Prävention weiterdenken, das von der pad gGmbH durchgeführt und in Kooperation mit sowie finanziert durch das Bezirksamt Lichtenberg umgesetzt wird.
Ziel des Projekts war es, Problemlagen im Zusammenhang mit Suchtmittelkonsum im öffentlichen Raum systematisch zu analysieren und darauf aufbauend bedarfsgerechte Handlungsempfehlungen zur Weiterentwicklung der Suchthilfe und Suchtprävention im Bezirk zu erarbeiten.
Im Mittelpunkt stand dabei ein differenzierter Blick auf den öffentlichen Raum als gemeinschaftlich genutzten Ort – mit den Perspektiven von Konsumierenden ebenso wie von Anwohnenden, Gewerbetreibenden und weiteren Sozialraumnutzenden. Neben der Analyse konkreter Problemlagen verfolgte das Projekt das Ziel, fachübergreifende Vernetzung zu stärken, Kooperationsstrukturen auszubauen und zur Entstigmatisierung von Konsumierenden beizutragen.
Vorgehen und Maßnahmen im Projekt
Die Projektarbeit basierte auf einer Kombination aus quantitativen und qualitativen Erhebungen, sozialräumlicher Analyse sowie intensiver Vernetzungsarbeit:
Quantitative Erhebung im öffentlichen Raum
Im November und Dezember 2024 führten Kiezläufer:innen systematische Begehungen im Bezirk durch. Dabei wurden Daten zu Suchtmittelkonsum, Konsumrückständen und Raumnutzung erhoben sowie Gespräche mit Konsumierenden, Anwohnenden und Gewerbetreibenden geführt. Ziel war es, ein aktuelles Lagebild zu erhalten und Schwerpunkte von öffentlichem Suchtmittelkonsum sowie Konsummuster zu identifizieren.
Fachübergeifende Vernetzung ausbauen
Im Rahmen des internen Fachtags "Vom Sicherheitsgipfel in die Ebenen der Suchthilfe- und Suchtprävention" wurden Akteur:innen aus Suchthilfe, Prävention, Verwaltung, Stadtentwicklung und Sicherheit zusammengebracht. Ziel war es, fachübergreifende Vernetzung zu stärken, unterschiedliche Perspektiven zu Problemlagen und Lösungsansätzen zu diskutieren.
Gründung des Lichtenberger Präventionsnetz Suchthilfe
Ein zentrales Ergebnis des Fachtags war die Gründung des Lichtenberger Präventionsnetz Suchthilfe, das ab 2025 verstetigt wurde. Ziel war eine verbesserte Koordination relevanter Akteur:innen sowie der kontinuierliche Austausch zu Problemlagen, Zuständigkeiten und Lösungsansätzen im Bezirk.
Monitoring von Konsumrückständen und Raumnutzungskonflikten
Im Projektverlauf wurde ein Monitoringansatz für Konsumrückstände und Raumnutzungskonflikte im Zusammenhang mit Suchtmittelkonsum entwickelt. Ziel war es, Orte mit erhöhtem Konfliktpotenzial frühzeitig zu identifizieren und mit abgestimmten Maßnahmen zu reagieren.
Kiezspaziergang und gemeinsame Analyse vor Ort
Ein Kiezspaziergang mit der städtebaulichen Kriminalprävention und weiteren Netzwerkteilnehmenden ermöglichte die gemeinsame Betrachtung des Bahnhofs Lichtenberg. An verschiedenen Stationen wurden Problemlagen analysiert und Lösungsansätze aus unterschiedlichen fachlichen Perspektiven erarbeitet.
Sozialraumanalyse
Ergänzend erfolgte eine Sozialraumanalyse, in der verschiedene Standorte im Bezirk räumlich, institutionell und sozial eingeordnet wurden. Grundlage bildeten Sekundärdaten (u. a. Kriminalitäts- und demografische Daten) sowie eigene Beobachtungen aus dem Projektverlauf.
Qualitative Erhebungen und Beteiligung
Zur Vertiefung der Analyse wurden qualitative Interviews mit Fachkräften aus Suchthilfe, Prävention und angrenzenden Bereichen geführt. Ergänzt wurde dies durch Gespräche mit Konsumierenden und Gewerbetreibenden sowie eine Anwohnendenbefragung. Teile der Interviews wurden im Rahmen des Podcasts Lebenswert Lichtenberg veröffentlicht.
Literatur- und Konzeptrecherche
Eine begleitende Literaturrecherche diente dazu, bestehende fachliche Erkenntnisse, Best-Practice-Beispiele und übertragbare Modelle in die Analyse und die Entwicklung von Lösungsansätzen einzubeziehen.
Vollständige Handlungsempfehlungen und Kurzübersicht der Kernempfehlungen
Die vollständigen Handlungsempfehlungen sowie eine Kurzübersicht der Kernempfehlungen stehen hier zum Download bereit: